Typo3, ein Content Management System mit Zukunft.
(Auszüge aus dem gleichnamigen Artikel aus der Zeitschrift „freeX“, Ausgabe 1'03 von Wolfgang Herfter, Systemanalytiker und IT–Berater)
Wer den Inhalt komplexer Webseiten verwaltet braucht ein System, auf das er sich verlassen kann. Die Auswahl hierzu ist groß und versprochen wird viel. In einem Punkt sind alle Systeme gleich, sie sind teuer. Freie CMS, die vorhandene freie Technologien unterstützen sind rar. Typo3 ist eins davon.
Die Entscheidung ein Content-Management-System einzusetzen wird immer dann getroffen, wenn es gilt, Webseiten professionell zu erstellen oder zu verwalten. Auf diesem Gebiet gibt es viele unterschiedliche Applikationen für die verschiedensten Anforderungen. Diesen Anforderungen entsprechende Systeme sind in der Regel teuer und bedürfen einer zeitaufwendigen Schulung. Von den Kosten der neuen Hardware ganz zu schweigen. Systeme für freie Unixe, die professionelle Anforderungen gerecht werden, sind hier rar gesät. Templates, Workflow-Management, Logfile-Auswertung, Scriptunterstützung, Versionskontrolle, um nur einige zu nennen, wird man bei den meisten Systemen die der GPL unterliegen vergeblich suchen. Oder sie sind den Ansprüchen einer großen Agentur nicht gewachsen.
Das Internet hat sich von einem reinen Netz zum versenden von E-Mails oder privater Darstellungen zu einem vollwertigen Netzwerk entwickelt, das für viele Unternehmen zu einem festen Bestandteil der Firmeninfrastruktur gehört. Entwicklungen werden immer stärker die Fähigkeiten des Internets unterstützen.
Die Architektur von Typo3 wird diesem Umstand gerecht, da die Erstellung einer Webseite losgelöst von Entwicklerkenntnissen durchgeführt werden kann. Die Arbeit mit Typo3 verlangt am Anfang ein Umdenken, besonders wenn man gewöhnt war, schnell Kundenanforderungen per Scripte zu realisieren. Hauptaufgabe von Entwicklern ist es, in den tiefen des Systems Änderungen durchzuführen, oder Betriebsinterne Tools zu entwickeln, die von Typo3 eingesetzt werden können. Dies ist die Philosophie von Typo3.
Mit einer besonderen Liebe zum Detail wurde ein durchdachtes Backend-Interface entwickelt, das sich nach der manchmal recht umfangreichen Installation dem Benutzer erschließt.
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Änderungen sind durch die beiliegenden Sourcen jederzeit möglich und können an eigene Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden. Eigene Entwicklungen für Typo3 werden mittels des Extention–Manager dem Unternehmen oder der Netzgemeinde zur Verfügung gestellt.
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Da Typo3 der GPL unterliegt, stehen Anpassungen und Entwicklungen schnell allen zur Verfügung.
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Für CMS erfahrene Redakteure ist die Philosophie der auf Template basierten Websiten - Erstellung sicher kein Problem, da dieses Verfahren von vielen kommerziellen Systemen unterstützt wird. Durch die Verwendung von Templates wird ein statisches Design schnell Kundenwünschen angepaßt, ohne das die Mitarbeiter diese ändern müssten.
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Gifbuilder
Jeder, der webbasierte Entwicklungen durchführt, kennt die Situation, dass die Früchte der Arbeit auf den unterschiedlichsten Browsern sehr unterschiedlich, und mitunter sehr frustrierend, ausfallen. Sind auf dem Client gar exotische Schriftarten installiert, dann dauert eine Anpassung schon mal unverhältnismäßig lange. Insbesondere bei der Erstellung von Texten als Logos oder Menüeinträge sind langwierige Änderungen für einen bestimmten Browsertyp notwendig. Dies mittels Grafiken zu realisieren ist hier die erste Wahl, weil deren Platz sich leichter berechnen lässt und somit von fast allen Browsern einheitlich dargestellt wird. Ein Vorteil von Typo3, als Content-Managment-System, ist der integrierte Gifbuilder. Mit ihm lässt sich elegant ein Logo aus einer Textvorgabe erstellen. Dieses wird dann, gemäß den Vorgaben im Designbereich, fast per Drag and Drop, in die Webseite eingebunden.
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Polyglott
Zum Funktionsumfang von Typo3 gehören viele Content-Elemente, die ohne weitere Änderungen einsetzbar sind. Ebenso sind vollständige Webapplikationen bereits integriert. Zu den Highlights gehören das Forum, Gästebuch, Kalender mit ToDo-Funktion, Adresslisten und vorgefertigte Formulare, wie zum Beispiel das E-Mail-Antwortformular, oder ein vollständiges Loginformular mit Passwort und Userverwaltung. Dadurch werden bestimmte Seiten einem begrenztem Benutzerkreis zugänglich gemacht, oder einer bestimmten Benutzergruppe mit deren individuellen Zugriffsrechten die Nutzung ermöglicht. Die Dauer der Einbindung dieser Content-Elemente beträgt meist nur einige Minuten. Der Handlungsspielraum für Entwickler und Redakteure ist groß. Eine zusätzliche Programmierarbeit wird in den meisten Fällen nicht benötigt. Lediglich die Definition von Eingabefelder und deren Abfolge müssen eingegeben werden. Obwohl alle diese Content-Elemente in Englisch geschrieben worden sind, können diese per einfachem Klick in zur Zeit dreizehn Sprachen übersetzt werden. Eine verteilte Entwicklung, in unterschiedlichen Sprachen, ist so mit ein und derselben Applikation möglich.
Ausblick
Bei all dem Vergnügen die das Arbeiten mit Typo3 bereitet, darf ein Blick auf den Aufwand zur Administration und Installation von Typo3 nicht fehlen. [...] Spannend ist Typo3 allemal. Es wird in der Szene mit der Entwicklung von Linux verglichen, da der Funktionsumfang dem eines Betriebssystems gleich kommt und ebenfalls frei der Gemeinde zur Verfügung steht. Angesichts der stetig wachsenden Fangemeinde, ist die Weiterentwicklung dieses Systems gesichert und ein weiterer Gegenpol gegenüber kommerziellen Blackbox-Systemen.
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